Nun, wie lernt man "Erzählen"?

von Dr. (phil) Norbert Julian Kober, Erzählkünstler, ausbildender Trainer und Gründer der Goldmund-Erzählakademie.


Liebe Erzählstudentin, lieber Erzählstudent,

Das freie mündliche Erzählen von Geschichten können wir eigentlich alle bereits. Die Mutter des Erzählens ist ja die Alltagskommunikation. Da erzählen wir, was im letzten Kinofilm zu sehen war, wir erzählen welche Abenteuer wir im letzten Urlaub erlebt haben und wir erzählen, was wir uns in unseren Träumen so vorstellen. Also, können wir bereits erzählen - oder doch nicht?



Es gibt viele Menschen, die sogenannte "geborene Erzähler" sind. Also Menschen, denen wir an den Lippen hängen, kaum dass sie einen kleinen Schwank erzählen. Und diese geborenen Erzähler haben sich nicht ausbilden lassen. Aber könnten diese "geborenen Erzähler" auch ein einstündiges Erzählkunstprogramm vor 100 Menschen bestreiten? Vielleicht ja, vielleicht aber auch nein.

Um Ihnen die Sicherheit zu geben, vor Publikum Ihre Geschichten spannend und mitreißend erzählen zu können, bedarf es der Weiterbildung:

Das "Erzählen lernen" ist ein Prozess in mehreren Schritten. Als erstes soll der zukünftige Erzähler / die Erzählerin erlernen, was gute Geschichten ausmacht, wie man einen Spannungsbogen verändert, wie man Handlungsträger so erzählt, dass jeder im Publikum sofort wissen will, wie er seine Abenteuer besteht. Dann gilt es die Geschichte auf die "Bühne" zu bringen. Das heißt, dass der Erzähler lernt mit seinem Körper und mit seiner Sprache natürlich und selbstverständlich umzugehen. Sie Beide sind ihm gute Gehilfen. Und zum dritten gilt es, dass der Erzähler lernt eigene Gefühle und Bilder zu den Geschichten in Sprache umzusetzen. Die Geheimnisse die in jeder, auch noch so kleinen Geschichte stecken, wollen entdeckt und gelebt werden.

Die Philosophie der Goldmund-Erzählakademie stützt sich auf der Überzeugung, dass jeder Mensch ein guter Erzähler werden kann, wenn er das Handwerkzeug erlernt hat und sich im Erzählen übt. Allerdings gibt es kaum eine Kunstrichtung die mehr Rücksicht auf die Persönlichkeit und Originalität des einzelnen Erzählstudenten legen muss als die Erzählkunst. Denn, die Persönlichkeit und Originalität des Erzählstudenten sind die Basis für seinen Erfolg als Erzähler. Daher fördern wir die Individualität und versuchen, dass Besondere jedes Einzelnen ans Tageslicht zu bringen. Zudem wissen wir, dass Erzählen Kunst und Handwerk ist. Daher gilt es früher oder später auch emotional mit den Inhalten von Geschichten einen inneren Diskurs zu beginnen. Damit ist nicht ein unnötiges Psychologisieren gemeint, sondern der bewusste Prozess, zu versuchen, die emotionalen Inhalte von Geschichten auch im eigenen Erleben zu ankern und damit ein authentischer Erzähler zu werden.

Die Stiftung Erzählen hat uns, mit ihrer Empfehlung für die Goldmund-Erzählakademie großes Vertrauen entgegengebracht. Wir gehen damit sorgsam um.


Mit besten erzählerischen Grüßen

Ihr


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